Bevölkerung: 4 784 265 (Volkszählung 1991)
Fläche: 56 542 km2 (Quelle: Statistische Informationen 1997)
Hauptstadt: Zagreb
Lage:
Die Republik Kroatien erstreckt sich am Übergang von Mitteleuropa
zum europäischen Südosten. Als Land zwischen der Pannonischen
Ebene und der Donau einerseits und der Adria andererseits ist es ausserordentlich
günstig gelegen bezüglich Verkehr, Kommunikation und Wirtschaft
Fläche der territorialen Seegewässer: 31067 km2
Seelinie mit Inseln: 5740 km
Zahl der Inseln: 1185 (66 bewohnt)
Bevölkerungszahl pro km2: 84,6
Sprache: Kroatisch
Schrift: Lateinisch
Währungseinheit: Kuna
Höchste Erhebung: Dinara,1831 m
Tiefster Punkt: Prokljansko jezero (Prokljansee), 0,5 m
Territoriale Gliederung des Landes:
Gespanschaften 21; (122 Städte, 416 Gemeinden)
Politisches System:
Der oberste Träger der ausführenden Gewalt in Kroatien ist
der Präsident. Er wird aufgrund geheimer und unmittelbarer Wahlen
auf die Zeit von 5 Jahren gewählt. Im Einklang mit der Verfassung
ernennt der Präsident den Ministerpräsidenten sowie, auf Vorschlag
des Ministerpräsidenten, andere Regierungsmitglieder, deren Ernennung
der Bestätigung des Abgeordnetenhauses unterliegt. Die Regierung der
Republik Kroatien besteht aus fünf Vizeprämiers und siebzehn
Ministern.
Der Träger der gesetzgebenden Gewalt, Hrvatski Državni Sabor (Parlament),
besteht aus dem Abgeordnetenhaus (127 Abgeordnete) und dem Haus der Gespanschaften
(68 Abgeordnete). Die Abgeordneten werden auf die Zeit von vier Jahren
gewählt.
Die richterliche Gewalt ist unabhängig und selbstständig.
Das höchste Gericht in Kroatien ist das Oberste Gericht (Vrhovni sud).
Wirtschaft:
Die kroatische Wirtschaft befindet sich in einem Transitionsprozess.
Mit diesem Prozess steht, aufgrund der Restrukturierung wirtschaflicher
Subjekte, der Privatisierungsprozess im engen Zusammenhang. Die Wirtschaftspolitik
beruht auf der Förderung der Stabilität als einer Konstante der
kroatischen Wirtschaft und zwar in der Makroökonomik, der monetären
Politik, der Fiskal- und Zollpolitik, sowie im Ergreifen von Massnahmen
zur Änderung der wirtschaftlichen Struktur durch Förderung von
Entwicklung, Forschung, Wissenschaft und der Anwendung von Wissenschaft
im wirtschaflichen Bereich.
BNP: 19,3 milliarden US$
GDP per capita (1997): 4.267 US$
Wachstumsrate BNP: 6,5 % in 1997
Jährliche Inflationsrate 1997: 3,8 %
Aussenhandelsverkehr 1997
Export: 4 340 US$
Import: 9,122 US$
Handelsbilanz 1997: 4 785 US$
ichtiste Aussenhandelspartner in 1997: Italien, Deutschland,
Bosnien und Herzegowina, Slovenien, Österreich
Agrarfläche: 3 006 000 ha
Waldfläche: 2 082 702 ha
Zahl der Beschäftigten:
1329 547, aktive Bevölkerung 1590 569;
Arbeitslosenrate 16,4 %
(Quelle: Statistische Informationen 1997, Hrsg. Državni Zavod za statistiku)
Wichtige Projekte im Donauraum:
Geschichte
In ihrer jetzigen Heimat sind Kroaten bereits dreizeneinhalb Jahrhunderte
ansässig. Dieses Gebiet war gekennzeichnet durch Eroberungsbestrebungen
zweier Grossmächte - des Byzantinischen und des Fränkischen Reichs.
Kroaten anerkennen zwar anfangs deren Obrigkeit, befreien sich aber mit
der Zeit und erlangen Selbstständigkeit. Die Christianisierung geht
relativ rasch vor sich, vor allem zur Zeit des Pontifikats von Papst Agathon
(678-681).
Kroaten fanden sehr früh zusammen in der Bestrebung einen eigenen
Staat zu gründen. Bereits im letzten Jahrzehnt des 8. Jahrhunderts
entstehen zwei kroatische Fürstentümer: Die Primorska und Posavska
Hrvatska. Die Zeit der kroatischen Fürsten dauert von 791 bis 942.
Im Jahr 925 wird das kroatische Königreich gegründet und dauert
bis 1102, als Kroaten der Gewalt der Umstände halber gezwungen wurden
in die Personale Union mit Ungarn einzutreten, sodann in den Staatsverband
mit Österreich (aufgrund gemeinsamer Verteidigung gegen die Osmanen).
Der Herrscher dieses Staatsverbands, der Kaiser von Österreich-Ungarn,
wurde gesondert gekrönt zum kroatisch-ungarischen König. Der
Verband bestand bis 1918 als Kroatien mit der Mehrheit anderer südslawischer
Völker eine Gemeinschaft bildete. Diese Gemeinschaft, die sich am
29. 10. zum Staat der Slovenen, Kroaten und Serben ausgerufen hatte, mit
Sitz in Zagreb, vereinigte sich unter dem Einfluss grosserbischer Politik
1. 12. desselben Jahres mit dem Königreich Serbien. In diesem neuen
Gebilde, unter der Herrshschaft des serbischen Königs aus der Dynastie
der Karadordevic, waren Kroaten einer serbischen Hegemonie ausgesetzt,
ausgebeutet und entrechtet: bittere Erfahrungen prägten diese Zeit.
Nach dem Zusammenbruch des Königreichs Jugoslawien, 1941, gründeten
Kroaten ihren Unabhängigen Staat Kroatien. Das Unheil dieses Staatsgebildes
war sein Unterworfensein den Besazungsmächten - Deutschland und Italien
sowie die Tatsache das es nach dem Zusammenbruch Italiens sein Schicksal
an das Schicksal Deutschlands heftete und 1945. daselbst unterging.
Viele Kroaten nahmen Teil am antifaschistischen Kampf von 1941-1945.
Aus diesem Kampf ging der Föderale Staat Kroatien hervor ( 1944),
als Bestandteil des zweiten, ebenfalls im Krieg geschaffenen Jugoslawiens.
Dieser neue Staat war ein sozialistisches Land, unterworfen der Diktatur
kommunistischen Einheitsdenkens, in dem Kroaten alle Unbill eines solchen
Systems erfahren haben: Zentralismus, Einschränkung ihrer nationalen
Rechte, allumfassende Vorherrschaft der Serben und Unterdrückung der
Menschenrechte. Durch die Auflösung des SFRJ, infolge der Willensäusserung
kroatischer Bürger auf dem am 19. Mai 1991 durchgeführten Referendum,
verabschiedete am 25. Mai desselben Jahres der kroatische Sabor (Parlament)
die Deklaration zur Gründung der souveränen und selbsts tändigen
Republik Kroatien. Es kam Zur grosserbischen Agression auf die Republik
Kroatien und ein Verteidigungskrieg kroatischerseits war die Folge.
Am 15. Januar 1992 haben die EU-Staaten Kroatien anerkannt, sodann
an 22. Mai desselben Jahres wurde Kroatien in die UNO aufgenommen. Am 15.
Januar ist die Reintegrierung des kroatischen Donauraumes in das verfassungsrechtliche
System der Republik Kroatien abgeschlossen worden.
(Quelle: Croatian Almanac 1998/99)
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