Komitat Pest

Bevölkerung:           1.018.201 Einwohner (Stand 1998)

Größe:                       6.393 km2

Bevölkerungsdichte:   154 (Stand 1996)

Hauptstadt (Region):      Komitat Pest ist das Einzige in Ungarn, das keinen selbstständigen Komitatssitz hat; die Hauptstadt Budapest übt diese Funkion
                                            aus.

Lage:
Das Komitat Pest liegt in der Mitte des Landes und umarmt wie ein Ring die Hauptstadt. Pest grenzt an sechs Komitaten, sowie nordwestlich an die Slowakei.

Höchste Erhebung:            938 m (Csóványos)

Politisches System:
Die Versammlung vom Komitat Pest

Die dritten Verwaltungswahlen in Ungarn haben am 18. Oktober 1998 stattgefunden. Die Ergebnisse im Komitat Pest gestalteten sich der parlamentarischen Wahlen ähnlich, demzufolge regiert eine Koalition von drei Parteien:

                                                                                                            Zahl der Mitglieder


Die Oppositionsparteien:

Präsident der Generalversammlung:                              András T. Mészáros

Vizepräsidenten der Generalversammlung:                    Zsolt Hadnagy
                                                                                       Erzsébet Krupp
                                                                                       Lajos Krizsovenszky

Vizepräsident vom gesellschaftlichen Auftrag:      Dr. Miklós Réti

Landeseinteilung (Stand 1999):
                           184 Siedlungen, davon 22 Städte
                               6 Regionen
                             14 Bezirke

Wirtschaft:
Das Komitat Pest verfügt über eine entwickelte Industrie und intensive Landwirtschaft. Auf seinem Gebiet werden 7 % des Nationaleinkommens, 11 % der Industrieproduktion und 13 % der Landwirtschaft des Landes erwirtschaftet.

Das Bruttoinlandsprodukt (Stand 1997) beträgt 653.412 Mio Forint.

Neben den Großunternehmen von landesweiter Bedeutung ist die Zahl der Betriebe von kleiner und mittlerer Größe bedeutenswert.

In der Milchproduktion, im Obst- und Blumenbau, ferner in der Geflügel- und Schweinezucht gehört das Komitat zu den führenden Regionen, es trägt erheblich auch zur Versorgung der Hauptstadt bei.

Die vielfältigen Landschaften sowie der Reichtum an Sehenswürdigkeiten bedeuten eine große Fremdenverkehrsanziehungskraft. Die beliebtesten Sehenswürdigkeiten sind für in- und ausländische Besucher das Donauknie, das Gebirge Börzsöny, die Gegend des Flusses Ipoly, das Gebirge Pilis, die Kunstdenkmäler von Szentendre, das etnographische Skanzen, das Arboretum von Vacratot, die Städte Gödöllö, Szada, die Ruinen des Palastes von König Matthias, der Turm Salamon, die Zitadelle, die Kunstdenkmäler von Vac, die Kirchen von Ocsa, Zsambek und Fot, die Volkskunst von Galgamente, die Anglermöglichkeiten des Donauarms von Rackeve, der Palast Savoya von Rackeve.
Auf dem Gebiet des Komitates gibt es 637 Kunstdenkmäler bzw. Gebäude/Bauobjekte geschützten Charakters.

In 10 Wahlbereichen kamen zur Wahl der Hauptversammlung des Komitates Pest, die aus 80 Mitgliedern besteht.
Hinsichtlich der Zusammensetzung der Abgeordneten des Komitats ist die Zugehörigkeit zu einer Partei nicht unbedingt notwendig; zum überwiegenden Teil sind sie unabhängig, zwei Drittel der Abgeordneten sind auch Bürgermeister einer Siedlung des Komitats.

Bei der Arbeit der Hauptversammlung helfen 8 Kommissionen und 2 Subkommissionen:


Die Hauptversammlung hält am letzten Freitag in jedem Monat, die Kommissionen halten alle 2 bis 3 Wochen eine Versammlung bzw. wenn es nötig ist, eine öffentliche Versammlung; die getroffenen Entscheidungen werden in der offiziellen Zeitung der Hauptversammlung veröffentlicht.

Das einheitliche Amt, dessen Leiter Dr. Tibor SZEP, Obernotar, ist, kümmert sich um die fachliche Vorbereitung der Körperschaften und um die Durchführung der Beschlüsse und der Erlässe.

Landwirtschaftliche Fläche (Stand 1998):                402.415 ha

Forstwirtschaftliche Fläche (Stand 1998):                117.060 ha

Arbeitsplätze insgesamt (Stand 1998): 125.739

Wichtige Projekte und Entwicklungen in den letzten fünf Jahren:
            Konzeption für Gebietsentwicklung in 1997
            Strategie-Programme vom Komitat Pest in 1999

In der näheren Zukunft:
      Gebietsplanung vom Komitat Pest - Ende 2000

Die Geschichte des Komitates Pest

Die besondere Bedeutung der Geschichte vom Komitat Pest ist, dass es im Zentralplatz des Ungarischen Königtums der Árpád - Zeit liegt. Die frühen königlichen Residenzstädte entstanden auf diesem Gebiet. Stefan der Heilige (1000-1038) spendete die Visegrader Burg mit ihrer Kirchen und Gebieten dem Episkopat von Veszprém. Das Komitat Visegrád enthielt auch das Gebiet von den späteren Komitaten von Pest und Pilis.
Die Spuren der Völker der früheren Zeiten wurden von dem Palaolothikum an von Archeologen erschlossen. Unsere Museen bewahren unter anderem die Andenken der Szythen, Kelten, Römer, Gepiden und der ostergermanischen Völker.
Im 14. Jahrhundert während der Regierungszeit der Anjous war Visegrad die Hauptstadt und Kulturzentrale von Ungarn. Im Jahre 1335 wurde das Treffen der ungarischen, tschechischen und polnischen Königen veranstaltet. Danach wurden die mittel-europäischen Länder Visegrader Länder benannt. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhundert waren Buda und Visegrad die führenden Zentralen der europäischen humanistischen Bildung. Die Nähe der königlichen Höfe hatte eine grosse Wirkung auf das Leben der umliegenden Siedlungen und des Komitats und unterstützte die Entwicklung der Städte (Nagymaros, Vac, Szentendre, Pest) und die Entstehung der Industrie.
Das Komitat bildete sich am Ende des 13. Jahrhundert heraus, seine Funktion ist - mit längeren - kürzeren Unterbrechungen - bis heute permanent. Nach der Befreiung von den Osmanen erlebte das Komitat eine demographische Vermehrung und die Wirtschaft entwickelte sich auch stark.
Das Komitat Pest hatte eine Hauptrolle in der Reformbewegung am Anfang des 19. Jahrhundert und in der Revolution im Jahre 1848. Die Figur von Lajos Kossuth und Graf István Széchényi wurde eng mit der Geschichte des Komitats verbunden. Von den 1870-er Jahren an charakterisierte Ungarn und auch das Komitat eine starke bürgerliche Entwicklung. Pest, Buda und Óbuda mit der Margaretheninsél wurde 1873 zur Hauptstadt vereinigt. Damit wurde Óbuda und die Insel von dem Komitat zerrissen. Nach dem II Weltkrieg wurden 23 Vorstädte und Gemeinden der Hauptstadt angegliedert.
So entstanden das heutige Budapest und bildete sich die jetzige administrative Grenze vom Komitat Pest heraus.