Niederösterreich
 

Spitz an der Donau, Wachau, 
 

Bevölkerung:                1,541.041 Einwohner

Größe:                          19.173 km2

Bevölkerungsdichte:     80,37 Einwohner/km2

Landeshauptstadt:         St. Pölten
 

Lage:
Niederösterreich grenzt an Tschechien, die Slowakei sowie an die österreichischen Bundesländer Oberösterreich, Steiermark und Burgenland. Das eigene Bundesland Wien wird von Niederösterreich umschlossen.

Höchste Erhebung:      Schneeberg, 2.075 Meter.

Tiefster Punkt:             139 Meter (Gemeinde Berg, Bezirk Bruck/Leitha).

Anteil an der Donau:  164,18 Kilometer linkes Ufer bzw. 
                                         220,05 Kilometer rechtes Ufer.

Politisches System:
Exekutive: Der NÖ Landesregierung gehören neun Mitglieder an:
Landeshauptmann
2 Landeshauptmannstellvertreter
6 Landesräte
Die Landesregierung ist das oberste Vollzugsorgan in Angelegenheiten der Landesverwaltung. Die Landesregierung wird vom Landtag für die Dauer der Gesetzgebungsperiode (5 Jahre) gewählt.

Legislative: Der NÖ Landtag, der für fünf Jahre gewählt wird, setzt sich aus 56 Abgeordneten zusammen. 
Der Landtag ist allein zuständig, Landesgesetze zu erlassen, er wählt die Mitglieder der Landesregierung und übt die finanzielle, rechtliche und politische Kontrolle der Landesvollziehung aus. 

Landeseinteilung
Die vier Landesviertel waren bis 1867 auch Verwaltungseinheiten: Viertel ober dem Wienerwald (Mostviertel), Viertel unter dem Wienerwald (Industrieviertel), Viertel ober dem Manhartsberg (Waldviertel), Viertel unter dem Manhartsberg (Weinviertel).

Heute ist Niederösterreich in 21 Verwaltungsbezirke unterteilt, dazu kommen vier Städte mit eigenem, landesunmittelbarem Statut (St. Pölten, Krems, Wiener Neustadt und Waidhofen an der Ybbs). 
Die Zahl der Gemeinden beträgt derzeit 573, davon 71 Städte.

Wirtschaft:
Klein– und Mittelbetriebe:    Etwa 40.000
Industrieunternehmen:            Etwa 1.000

Bruttoinlandsprodukt (Stand 1997):   396.050.000-- ATS
Primär-Sektor:                                     10.320.000-- ATS
Sekundär-Sektor:                               150.450.000-- ATS
Tertiär-Sektor:                                   235.280.000-- ATS

Landwirtschaftliche Fläche:                 Etwa 10.500 Quadratkilometer
Forstwirtschaftlich genutzte Fläche:     Etwa 6.800 Quadratkilometer

Unselbstständig Beschäftigte:   Etwa 540.000
 

Geschichte, wichtige Projekte und Entwicklungen in den letzten Jahren und für die nähere Zukunft:

Niederösterreich, das historische Kernland Österreichs, ist uralter Siedlungsboden, Spuren menschlichen Lebens reichen über 100.000 Jahre zurück.
Zur Zeit der Römer war die Donau Grenzstrom des Reiches (Carnuntum), die Völkerwanderung sah Goten, Langobarden, Slawen, Awaren usw. in der Region. Die planmäßige Kolonisation mit dem Ausbau eines Netzes von Straßen, Dörfern, Märkten und Städten, Klöstern und Stiften erfolgte in der Zeit der Babenberger (976 bis 1246).
Die erste Nennung des Namens Österreich ("Ostarrichi") erfolgte 996 in einer Urkunde, die sich auf die niederösterreichische Gemeinde Neuhofen an der Ybbs bezog.

Unter den Babenbergern ebenso wie unter den Habsburgern (1273 bis 1918) bildeten Wien und Niederösterreich eine Einheit. Die Lage im Mittelpunkt des Kontinents und die zentrale politische Situation (die Landesfürsten aus dem Haus Habsburg trugen jahrhundertelang auch die deutsche Kaiserkrone) machten das Land immer wieder zum Schauplatz historischer Ereignisse und Auseinandersetzungen. Ungarn, Hussiten, Schweden, Türken, Franzosen usw. überzogen Niederösterreich mit Krieg.
Mit dem Zerfall der Habsburger-Monarchie wurde Niederösterreich 1918 wieder Grenzland. Mit Jahresbeginn 1922 erfolgte die Trennung von Wien und Niederösterreich in zwei selbstständige Bundesländer - Niederösterreich wurde zum Land ohne Hauptstadt. In der NS-Zeit musste das Land den Namen "Niederdonau" tragen, von 1945 bis 1955 war es sowjetische Besatzungszone und geriet wirtschaftlich gegenüber den westlichen Bundesländern in einen Rückstand, der erst in den 80‘er Jahren aufgeholt werden konnte. 
 

Die jüngste Landeshauptstadt

Seit 1922 sind Wien und Niederösterreich in zwei selbstständige Bundesländer getrennt. Die zentralen Einrichtungen Niederösterreichs verblieben allerdings in Wien, mit erheblichen materiellen und ideellen Nachteilen für das Land. Im Juli 1986 fiel nach einer zweijährigen intensiven Diskussion und einer Volksbefragung die historische Entscheidung: St. Pölten, die größte Stadt des Landes, wurde zur Landeshauptstadt erhoben.
Mit der Errichtung des St. Pöltner Landhausviertels wurden auch städtebauliche Akzente gesetzt, die weit über die Landes- und Staatsgrenzen hinaus Beachtung fanden. Geplant wurde es von dem jungen österreichischen Architekten Ernst Hoffmann, dessen Projekt als Sieger aus einem internationalen Wettbewerb hervorgegangen war. Es besticht durch Offenheit und Transparenz sowie durch die gelungene Anbindung an die St. Pöltner Altstadt. Verwirklicht wurde das größte Hochbauvorhaben Österreichs in nur fünf Jahren: Im September 1992 erfolgte der Spatenstich, im Mai 1997 konnten Landesregierung, Landtag und Landesverwaltung die Arbeit in St. Pölten aufnehmen. 
Das neue Landhausviertel brachte auch die Chance, die modernste Kommunikationstechnologie einzusetzen, die Verwaltungsabläufe zu beschleunigen und das Bürgerservice unter dem Motto
„Näher zum Bürger, schneller zur Sache“ auszubauen.
Im Anschluss an das Landhausviertel entstand der NÖ Kulturbezirk mit einem großen Festspielhaus, einer modernen Ausstellungshalle, der Landesbibliothek und dem Landesarchiv, nächster Schritt ist die Errichtung des Landesmuseums. 
Der historische Entschluss, eine Hauptstadt zu gründen, hat sich inzwischen längst als richtig erwiesen. Die positive wirtschaftliche Entwicklung bestätigt das ebenso wie das gestiegene Landesbewusstsein der Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher. 
 

Modern und traditionsbewusst

Niederösterreich ist das größte österreichische Bundesland. Landschaftlich weist Niederösterreich eine ungeheure Vielfalt auf - von der pannonischen Tiefebene bis zu den Ausläufern der Alpen, vom Marchfeld, der Korn- und Gemüsekammer Österreichs, bis zu den europaweit einzigartigen Gesteinsformationen des Waldviertels. Als landschaftliches und kulturelles Herzstück gilt die Wachau, das wohl schönste Stück des Donautales.
Die historischen Veränderungen seit 1989 bedeuten für Niederösterreich eine Herausforderung. Nach dem Fall des Eisernen Vorhanges ist das Land von der Lage am Rand der freien Welt wieder in die Mitte des Kontinentes gerückt. Und der Beitritt Österreichs zur Europäischen Union erforderte gerade im Agrar- und Industriebundesland Nr. 1 große Anstrengungen, um die neuen Chancen zu nutzen und die damit ebenfalls verbundenen Risiken zu minimieren.
Ziel ist es, Niederösterreich mit einer modernen Standortpolitik einen Platz unter den besten und erfolgreichsten Regionen Europas zu sichern. Instrumente dafür sind die Technologieoffensive und das NÖ-Fitnessprogramm, mit dem vor allem die Grenzregionen für die EU-Erweiterung gerüstet werden sollen.
 

Wirtschaftsstandort mit Zukunft

Niederösterreichs Wirtschaft ist bereits seit vielen Jahren in den europäischen Wirtschaftsraum integriert. Eine hochqualitative Landwirtschaft auf der einen Seite - unter anderem kommen zwei Drittel des gesamten österreichischen Weins aus dem „großen Weinland an der Donau“ - und moderne Betriebsstrukturen mit innovativen Unternehmen auf der anderen machten Niederösterreich zu einem bedeutenden Handelspartner vieler europäischer Staaten.
Besonders attraktiv für potenzielle Investoren ist die Sonderstellung Niederösterreichs mit seiner 
414 Kilometer langen Grenze zur Slowakei und Tschechien gegenüber den Reformstaaten. Schon vor dem dramatischen Umbruch in Europa hat sich das Land um politische und wirtschaftliche Beziehungen zu den Nachbarstaaten im Osten und Norden bemüht und verfügt damit heute über einen beträchtlichen Know how-Vorsprung. Es ist Tor und Brücke zu den Märkten in den neuen Demokratien.
Niederösterreichs Wirtschaft hat sich in den letzten Jahren dynamisch entwickelt, sowohl die Zunahme der Beschäftigtenzahl wie auch das Wachstum der Wertschöpfung lagen deutlich über dem gesamtösterreichischen Schnitt. 
Niederösterreich hält sich konstant im Spitzenfeld der wachstumsstarken Bundesländer und schneidet auch bei Vergleichen mit den europäischen Regionen ausgezeichnet ab. Dazu tragen vor allem die Produktions- und Exportleistungen der Industrie sowie der expandierende Dienstleistungsbereich bei. Vor allem im Wiener Umland, aber auch in den regionalen Wirtschaftsparks der Landesagentur ECO PLUS hat Niederösterreich von zahlreichen Betriebsansiedlungen profitiert. Zusätzlich wurden und werden Neugründungen durch regionale Innovations- und Gründerzentren unterstützt.
Die niederösterreichische Technologie- und Gründeroffensive setzt nicht nur auf ein flexibles und effizientes Förderungsinstrumentarium. Um den Wirtschaftsstandort noch attraktiver zu machen, ist man auch erfolgreich bemüht, bürokratische Hürden abzubauen und die Genehmigungsverfahren zu vereinfachen und zu beschleunigen. 
 

Dürnstein, Wachau, 
 
 

Land der kulturellen Vielfalt

Als historisches Kernland verfügt Niederösterreich über eine Fülle an Kulturdenkmälern. Rund 4o.ooo Kulturgüter mit Denkmalcharakter, darunter zahlreiche Stifte, Schlösser und Burgen, geben Zeugnis von der historischen Bedeutung des Landes und sind auch Stätten internationaler Begegnungen. Um nur zwei Beispiele zu nennen: Die Schallaburg bei Melk, das schönste Renaissanceschloss nördlich der Alpen, wurde zu einem internationalen Ausstellungszentrum, und das Benediktinerstift Göttweig ist alljährlich im Juni im Rahmen des „Europa-Forum Wachau“ Treffpunkt hochkarätiger Wissenschafter und Staatsmänner aus ganz Europa.
Viele große Künstler, wie Joseph Haydn, Egon Schiele und Oskar Kokoschka, stammen aus Niederösterreich, andere, wie Gottfried von Einem, haben hier eine künstlerische Heimat gefunden.
Aufgabe der Kulturpolitik ist es, dieses große kulturelle Erbe zu bewahren und gleichzeitig dem zeitgenössischen Kunstschaffen optimale Entfaltungsmöglichkeiten zu bieten, also eine vielfältige und lebendige Kunstszene zu ermöglichen. So wurden etwa mit dem Donaufestival - seit 1988 ein großes Fest der zeitgenössischen Kunst - mit dem sommerlichen Niederösterreichischen Theaterfest und mit den großen, im Zweijahresrhythmus stattfindenden Landesausstellungen kulturelle Akzente gesetzt, die auch international Beachtung gefunden haben. 
Mit dem NÖ Tonkünstlerorchester verfügt das Land über einen der renommiertesten Klangkörper Österreichs, die Kunsthalle Krems ist innerhalb kurzer Zeit zu einer international angesehenen Heimstätte der modernen bildenden Kunst geworden. Daneben gibt es im ganzen Land rund 350 größere und kleinere Museen sowie eine Fülle lokaler und regionaler Kulturevents.
Erklärtes Ziel des Landes ist es, einerseits mit dem Kulturbezirk in St. Pölten einen geistigen Kristallisationspunkt zu schaffen und andererseits Kunst und Kultur in allen Landesteilen erlebbar zu machen.
 
 

   Stift Melk, Niederösterreich
 
 

Weitere Links:

http://www.noel.gv.at